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Kolosser 1,15-20

Wir lesen heute Kolosser 1,15-20 (BasisBibel):

15  Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der zuerst Geborene – noch vor der ganzen Schöpfung.

16  Denn durch seine Gegenwart wurde alles geschaffen, im Himmel und auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare – ob Throne oder Herrschaftsbereiche, ob Mächte oder Gewalten. Alles wurde durch ihn geschaffen, und alles hat in ihm sein Ziel.

17  Er ist vor allem da, und durch seine Gegenwart hat alles Bestand.

18  Und er ist das Haupt des Leibes – der Gemeinde. Er ist der Anfang: Der erste der Toten, der neu geboren wurde, damit er in jeder Hinsicht der Erste ist.

19  Denn Gott hatte beschlossen, mit der ganzen Fülle seiner Kraft in ihm gegenwärtig zu sein.

20  Und er wollte, dass alles durch ihn Versöhnung erfährt, um in ihm zum Ziel zu kommen. Denn er hat Frieden gestiftet durch das Blut, das er am Kreuz vergossen hat. Ja, durch ihn wurde alles versöhnt – auf der Erde wie im Himmel.

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oder im Festnetz

unter 089 45461404.


 

Wenn du Autofahrer bist, hast du wahrscheinlich ein Navi im Auto – entweder fest eingebaut oder übers Handy. Und das ist auch eine segensreiche Erfindung, um sich in unbekannten Gegenden oder Städten zurecht zu finden. Schwierig wird es nur, wenn man schnell mal einen Überblick braucht – vielleicht, um eine alternative Route zu finden. Man kann zwar größer zoomen, aber meistens funktioniert das nur sehr mäßig. Und schon gar nicht während der Fahrt!

Auch im ganz normalen Alltag ist es immer wieder mal wichtig, den Blick zu heben, sich einen Überblick zu verschaffen oder auch weiter voraus zu sehen. Sonst verliert man sich in den Kleinigkeiten, die zwar so tun, als wenn sie das Wichtigste auf der Welt wären, die uns aber morgen schon nicht mehr interessieren. Vielleicht kennst du diesen Trick: Du willst eine volle Tasse Kaffee von der Küche zu deinem Gast bringen und möchtest natürlich nichts verschütten. Da hilft es enorm, wenn du beim Gehen eben nicht aus Angst auf die Tasse starrst, sondern den Blick hebst und nach vorne blickst. Automatisch wird deine Hand ruhig und gelassen. Und dein Gast freut sich über eine gut gefüllte Tasse.

 

In diesen Tagen ist es sehr schwierig, sich nicht von den täglichen – oder manchmal stündlichen – Meldungen rund um Corona auffressen zu lassen. Immer wieder werden neue Erkenntnisse verbreitet, und nicht immer sind sie von Belang, aber meistens sind sie wenig ermutigend. Natürlich muss sachlich damit umgegangen werden, und wir können enorm dankbar sein, dass unser Staat im Großen und Ganzen sehr vernünftig mit der Pandemie umgeht. Doch trotz aller Sachlichkeit schlägt die Nachrichten-Großwetterlage aufs Gemüt. Zu viele Katastrophen für zu viele Menschen in der weiten Welt kündigen sich an. Zu Corona gesellen sich Krieg und Vertreibung, die Heuschrecken in Afrika oder irrsinnige Politiker überall.

Gibt es eine Alternative zum Vogel-Strauß-Verhalten, also den Kopf in den Sand stecken und so tun, als wäre nichts? Auch wenn wir den Nachrichtenkonsum drosseln, bleibt die Lage ja weiterhin angespannt. Am Sonntag wollen wir wieder mit den Gottesdiensten starten und wir können ja nicht so tun, als wenn wir einfach so weitermachen, wie wir vor acht Sonntagen aufgehört hatten. Ein hoffentlich sinnvolles Sicherheitskonzept wird uns über das ganze Jahr noch begleiten.

 

Wenn ich unser Bibelwort lese, wird der Blick geweitet. Paulus zitiert hier ein Christuslied, also einen Liedtext, der wahrscheinlich in den Gemeinden gesungen oder miteinander gesprochen wurde. Es ist ein Lob auf Christus und beginnt bei ihm vor aller Schöpfung und schließt mit ihm bei der Vollendung der Schöpfung. Und es sortiert alles zwischendurch einem Ziel zu, gibt ihm einen Sinn. Jesus Christus hat alles mit Gott versöhnt – ohne Ausnahme im Himmel und auf Erden. In dieser Einseitigkeit ohne ein Aber wird es in dem Lied gesagt.

 

Ich lade dich ein, dieses Lied noch einmal zu lesen und dich mit hinein nehmen zu lassen. Es stellt unseren kleinen und beschwerlichen und manchmal auch leidvollen Alltag in den großen Zusammenhang von Gottes Tun in Christus. Es geht um ein Ziel, es geht um Versöhnung, es geht um Erneuerung. Das können wir nur im Glauben erfassen, indem wir uns Jesus Christus anvertrauen. Doch das hilft, den Blick zu heben, Hoffnung zu behalten, voraus zu schauen.

 

Ich möchte uns für diesen Tag ermutigen. Wir können beten, liebevoll miteinander umgehen und anderen helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Wir sind nicht dem Irrsinn ausgeliefert, der uns viel zu oft in dieser Welt entgegen schlägt. Sondern wir sind Teil des zielgerichteten Handelns Gottes mit seiner Welt. Wir dürfen als „versöhnte Versöhner“ unseren Alltag gestalten, im Vertrauen auf Jesus.

 

Pastor Axel Schlüter

 

 

Kolosser 1,15-20 (BasisBibel)

15     Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der zuerst Geborene – noch vor der ganzen Schöpfung.

16     Denn durch seine Gegenwart wurde alles geschaffen, im Himmel und auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare – ob Throne oder Herrschaftsbereiche, ob Mächte oder Gewalten. Alles wurde durch ihn geschaffen, und alles hat in ihm sein Ziel.

17     Er ist vor allem da, und durch seine Gegenwart hat alles Bestand.

18     Und er ist das Haupt des Leibes – der Gemeinde. Er ist der Anfang: Der erste der Toten, der neu geboren wurde, damit er in jeder Hinsicht der Erste ist.

19     Denn Gott hatte beschlossen, mit der ganzen Fülle seiner Kraft in ihm gegenwärtig zu sein.

20     Und er wollte, dass alles durch ihn Versöhnung erfährt, um in ihm zum Ziel zu kommen. Denn er hat Frieden gestiftet durch das Blut, das er am Kreuz vergossen hat. Ja, durch ihn wurde alles versöhnt – auf der Erde wie im Himmel.

 

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BasisBibel. Neues Testament und Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart: www.basisbibel.de

 

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